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27 - die Spiritusbrennerei um 1860

Anfang der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts hat der Bauer Johann Langer d.Ä. der vom Bauerngrund Nr. 75 auf den Hof und Gasthaus Nr. 15 eingeheiratet hatte, eine Spirtusbrennerei errichtet. Die Kartoffeln wurden hauptsächlich aus den Gemeinden mit trockenen Böden, wie Rudelsdorf und Michelsdorf angeliefert. Er hatte auch die Landwirtschaft in Zohsee Nr. 70 einige Jahre gepachtet. Die Brennerei konnte aber mit den inzwischen entstandenen großen Spiritusfabriken nicht Schritt halten und wurde um 1882 von seinem Nachfolger Johann Langer d.J. wieder aufgelassen. Die restlichen Kupferrohre und Messingteile wurden im 1. Weltkrieg abgeliefert. Übernehmer war Hugo Müller, Kolonialwaren- und Eisenhandlung in Landskron. Der Dampfkessel wurde erst 1920 entfernt, als man hier die Altenteilwohnung gebaut hatte.

200 Meter vom Hof entfernt steht neben dem Feldweg ein aus Stein gebautes Haus. In der Zeit des Flachsbaues wurde der Flachs vor dem Brechen in der Dörrkammer dieses Hauses getrocknet (im Volksmund Derrhitt genannt). Eingebaut war auch in diesem Haus ein gewölbter Stall für ca. 20 Mastrinder. Von den Metzgern aufgekauftes mageres Schlachtvieh wurde hier zur Mast gestellt. Neben dem Feldweg zum Maststall standen hölzerne Schweineställe. Abfälle aus der Brennerei, Spillich genannt, gaben für Rinder wie für Schweine ein gutes Mastfutter.
Das im Hauptgebäude befindliche Gasthaus (im Volksmund Brenner- oder Schnaps-Langer genannt) wurde, da noch ein landwirtschaftlicher Betrieb im Ausmaß von 29 Hektar vorhanden war, im zweiten Weltkrieg 1943 durch die Behörde vorübergehend stillgelegt.

In der Zeit des Flachsanbaues stand noch eine Flachsdörre auf der Wiese des Bauerngrundes Nr. 26.

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im Schönhengstgau