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34 - Veränderung an den Grundstücksgrenzen

Der Umstand, daß fast alle Bauernstellen bis zur gewaltsamen Vertreibung aus der angestammten Heimat, also durch volle 700 Jahre in ihren ursprünglichen Grenzen erhalten blieben, zeugt von der Bodenverbundenheit und Seßhaftigkeit der Schönhengster Bauern. Urkundlich war der Bauernhof Nr. 75 schon über 300 Jahre in derselben Erblinie. Der deutsche land- und forstwirtschaftliche Zentralverband in Prag, der die Erhebungen über die Besitzerfolge aus den Grundbüchern im Landesarchiv in Prag durchführte, hatte 1937 dem letzten Besitzer Josef Langer das Ehrenschild für alteingesessene Bauerngeschlechter ausgefolgt. Die Tafel war an der Hauswand angebracht.

Die meisten Besitzer erhielten im Dritten Reich die Erbhofrolle. Im Jahre 1945 waren es 20 Bauernwirtschaften mit 11 bis 30 ha Grund und Boden, 6 Besitzer mit 6 - 10 ha und 20 Nebenerwerbssiedlungen mit Rinderhaltung von 1 - 5 Hektar eigener Grundstücke. Auch die Ziegenhaltung war stark vertreten. Bedauerlicherweise sind zwei Bauerngründe der Zergliederung zum Opfer gefallen. Johann Kreuziger von Haus-Nr. 18 hatte im Jahre 1886 seinen Besitz zergliedern lassen und dann das Erbgericht in Sichelsdorf gekauft, wobei er sich etwas Wald in Zohsee behielt. Das Zohsee Erbgericht ließ deren letzte Besitzern Josefa Frank im Jahr 1907 durch die Güterschlächter Culik und Urban parzelliert verkaufen. Es teilten sich darin 23 Besitzer. Den größten Teil erwarben Häusler und Kleinlandwirte aus der Nachbargemeinde Lußdorf. Den Wald, etwa 12 Hektar, kaufte die Stadtgemeinde Landskron.

Den Hausbesitzern von Zohsee bot sich durch Pachtungen von landwirtschaftlichen Grundstücken zu mäßigen Preisen auf der Landskroner Flur zu beiden Seiten der Bezirksstraße als Nebenerwerb Kleinlandwirtschaft zu betreiben. Davon wurde auch vielseitig Gebrauch gemacht.

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im Schönhengstgau